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Tieraugen und Kinderaugen

Zwei grosse Philosphen waren grosse Tierfreunde: Schopenhauer und Nietzsche. Schonehauer schrieb den schrecklich wahren Satz:
"Unsere Tiere leben in einer Hölle, in der die Menschen die Teufel sind."
Nietzsche: "Ich fürchte, die Tiere betrachten den Menschen als ein Wesen ihresgleichen, das in höchst gefährlicher Weise den gesunden Tierverstand verloren hat."

Ja, die Tiere betrachten uns als ihresgleichen. Das siehst du an jedem Hund, der schweifwedelnd an dir emporspringt. Du aber betrachtest die Tiere nicht als deinesgleichen.
In der ganzen Diskussion um Tierschutz, und sie ist ja nicht zu Ende, sie muss und wird weitergehen! - In dieser ganzen Diskussion war das Grundargument präsent: Hört doch auf mit euren Sentimentalitäten, es sind ja nur Tiere. Nur Tiere!

Ja, gewiss, Menschen hungern und sind im Elend, werden gequält, gefoltert, in Käfigen gehalten wie Batteriehühner. Hört auf mit der Tierschützerei, betreibt lieber Menschenschutz. Es gibt schauerliche Tierquälerei, die von Menschen mit Menschen ausgeführt werden.
Aber Menschenschutz und Tierschutz sind gleiches Gottesgebot und werden gleichermassen von uns missachtet. Die Christen sind schlechte Tierschützer, die Christen sind schlechte Menschenschützer. Was wir aufführen, schreit zum Himmel.
Beim alten Propheten Hosea steht: "Ich will einen Bund schliessen mit den Tieren auf dem Felde, mit den Vögeln unter dem Himmel und mit dem Gewürm des Erdbodens und will Bogen, Schwert und Rüstung im Lande zerbrechen und will sie sicher wohnen lassen."

Menschen- und Tierschutz sind untrennbar: Tierschutzbewegung und Friedenssehnsucht gehören zusammen, Tierschützer sollen sich nicht ärgern, sondern sich geehrt fühlen, wenn ihnen ihre sentimentale Liebe zu den Tieren vorgehalten wird mit Spott und Häme.

Ich glaube, dass zum Christentum, das in so vieler Hinsicht Schuld auf sich geladen hat, auch diese Schuld gehört: Wir achten nicht auf unsere Brüder und Schwestern Tiere. Franziskus ist deswegen ein so besonderer Heiliger, weil er die Tiere liebt und in Schutz nimmt.
Die Tiere schauen uns an, und wir müssen den Blick senken.

Tieraugen gehören zum Schönsten der Schöpfung. Wir aber schauen uns nicht einmal selber an. Die Augen der Kinder - kein Erwachsener kann aus solcher Tiefe schauen wie die Kinder. Kinderaugen und Tieraugen - sie mahnen und erinnern uns, was alles noch zu tun ist.

Günther Nenning

DAS TIER + WIR, Tel. 071 640 01 75 - E-Mail: office@tierundwir.ch
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